Saturday, August 9, 2008

Remember the Becks...


Ok, eigentlich müsste der Titel heißen: Remember the Becks Back's.

Dies ist ein Originalzitat von Marie, einer der Ungarisch-Lehrerinnen (tanárnö magyarul) und fiel genau nach unserem interkukturellen Deutschland-Abend. Um den Sinn dieser Aussage zu verstehen, bedarf es einem Einblick in die Auffäligkeiten der ungarischen Sprache (mit der wir uns jetzt schon seit einer Woche rumquälen:-)). Und zwar ist es folgendermaßen: Es gibt Front-Vowels (e,é,i,í,ö,ü) und Back-Vowels (a,á,u,ú,o,ó). Jaja, fragt nicht, es hat irgendwas mit der Intonation zu tun, ob nun Front oder Back. Jedenfalls ist diese Unterscheidung immens wichtig für nahzu alle grammatikalischen Phänomene die wir bisher kennengelernt haben. Beispiel Pluralbildung: Der Plural von die "Türken" heißt auf Ungarisch "törökök", da ö ja ein Front-Vowel ist, an die -ök oder -ek angehangen wird. Bei den Back-Vowels wird -ok oder -ak drangehangen. Ähnlich verhält es sich mit der Verb-Konjugation....

Da wir hier aber nicht die ganze ungarische Sprache erklären wollen (wir verstehens ja selber kaum), sollte nur hängen bleiben, dass es eben diese Unterscheidung gibt, auf die immer geachtet werden muss. Daher resultierte auch der Satz "Remember the Backs", which means that you always have to consider if the word belongs to "Front-Vowels" or "Back-Vowels" before using it;-).

Ihr merkt schon, mit der ungarischen Sprache ist es nicht ganz einfach. Es macht aber trotzdem viel Spaß, zumal es vielen anderen Teilnehmern ähnlich ergeht. Verstehen tun nur die wenigsten etwas... selbst Idiotenfragen wie "Hogy vagy" (Wie geht's) sind von der Aussprache nur schwer zu verstehen. Im Zweifelsfalle hilft immer "nem értem"(ich nix verstehen) oder "köszönöm" (danke).

Jedoch bestand unsere erste Woche in Piliscsaba nicht nur aus Sprache lernen, sondern eher gegenteilig. Wir wären froh, bzw. es wäre hilfreich, mehr Zeit fürs "lernen" aufbringen zu können. Sehr stramm ist nämlich das Programm, welches wir durchlaufen. Donnerstag hatten wir beispielsweise unseren interkulturellen Deutschland-Abend, wo wir Deutsche (zusammen 8 Leute) für die anderen etwas typisch deutsches kochem mussten. Es gab typisch deutschen Salat (?? Tomaten für 69 Forint/500g, also etwa 40 ct/kg!!) dazu Buletten (von Matthias, dem Berliner), Folienkartoffeln mit Quark, Weißwürschte (von Aldi), Obazda (von wem wohl) Brot und Pflaumenkuchen. Dazu natürlich Deutsches Bier. Neben HB (siehe Foto) auch Becks.

Da der Abend für manche bis 3:45 ging, ist wohl klar, dass das ein oder andere Bier geflossen ist. Vielleicht noch eine kleine Anekdote: André (aus Karlsruhe) und ich gingen am Donnerstag etwa 2,5 km an einer Landstraße, um das Deutsche Bier zu besorgen. (Der Aldi direkt nebenan verkauft auch so ein als Deutsches Bier deklariertes Gesöff, welches fast noch schlimmer ist als Karlskrone^^). Als wir schließlich, nach einem langen Marsch in der prallen Sonne, in die Zufahrtsstraße zur Uni einbogen, hielt plötzlich ein Auto neben uns an. Der Fahrer kurbelte das Fenster runter und bot uns an, uns ein Stück mitzunehmen. Klar, dass wir einstiegen und uns die restlichen 200m zur Uni mitnehmen ließen. Auf der doch sehr kurzen Fahrt stellte sich heraus, dass der Fahrer ein Freund von Karcsi, unserem ungarischen Betreuer war. Genau mit diesem Freund (der Name ist mir leider wieder entgangen) tranken wir dann an jenem Abend bis tief in die Nacht und es war wirklich mehr als lustig:-)

Nun, am nächsten Morgen war ich zwar fit genug, um noch vor Kursstart und Hausaufgaben machen eine Runde laufen zu gehen;-), aber dennoch hatte der Satz "Remember the Backs" so eine gefühlte zwielichtige Bedeutung...^^




Soviel also im groben zu einigem, was wir in unserer ersten Woche in Piliscsaba erlebt haben. Weiter haben wir natürlich auch fleißig nach einer schönen Wohnung in Budapest gesucht....und was wir da so alles erlebt haben, das wird einer der nächsten Einträge berichten.

Bis dahin: Viszontlátásra!

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