Monday, August 4, 2008

Destination Piliscsaba

Es war (Samstag) 6:30 Uhr als der Wecker unweigerlich klingelte und uns beiden klar wurde, dass die letzten Stunden angelaufen waren (ok, mir wurd es langsam klar). Gross waren die Anstrengungen der letzten Tage gewesen, doch der Höhepunkt sollte erst noch folgen. Dazu später mehr...

Ein Blick nach draußen verriet uns, dass uns nichts mehr in Deutschland halten konnte. Regen. Nach einer Woche voller Sonnenschein nur grauer Himmel am Horizont.
Gut, da dies hier jedoch kein Roman werden soll, werd ich mich kürzer fassen. Wir wurden also zum Bahnhof nach München gebracht - ok, vielleicht wäre noch erwähnenswert, dass wir doch kein Bügeleisen mitgenommen haben, dafür aber ein total wichtiges Utensil, von dem ich die genaue Bezeichnung gar nicht kenne. Irgendwas zum Glätten der Haare...;-) Da wir grad beim Thema sind, will ich mich noch kurz rechtfertigen: 1. Der neue Koffer ist toll und ich kann nichts dafür, dass er so groß ist. 2. Als Verteter der Deutschen Kulturbräuche ist es meine Pflicht, ein paar Flaschen Bier mitzunehmen 3. Fußballer werden verstehen, dass ich ein paar Fußballschuhe für draußen (also mit Stollen) und eines für drinnen mitnehmen musste. Bezüglich der Schuhe herrscht also eigentlich ein gefühltes Unentschieden.

Am Münchener Hbf angekommen, konnten wir gleich den Zug bzw. unser Abteil mit unserem Gepäck in Gewahrsam nehmen Gut, dass wir so früh da waren, denn wenig später war alles voll gestellt.

Die Fahrt an sich lief äußerst unspektakulär ab: München - Salzburg (Regen) - Wien (Regen) - Györ (Sonne und Audis). Der erste Eindruck von Ungarn war nicht wirklich so berauschend: Es sah nicht nur draußen noch vieles sehr heruntergekommen und verlassen aus, auch das ungarische Zugpersonal wirkte irgendwie kommunistisch (vielleicht lag es an der roten Armbinde). Nun gut, man soll ja keine Vorurteile haben.
In Budapest angekommen, begann dann die Höllentor nach Piliscsaba, dem Ort, etwa 30 km nord-westlich von Budapest, wo unser Sprachkurs stattfindet. Da jeder von uns zwei größere Gepäckstücke hatte, war die Koordination nivht ganz einfach. Aber wir schafften es irgendwie: Runter in die Metro, raus aus der Metro, laufen, rein in die HEV, raus, Treppen hoch und siehe da: Aus der Finsternis der öffentlichen Verkehrmittel emporgestiegen offenbarte sich uns erstmals ein vollkommender Anblick prunkvollster Schönheit: Das Parlament zusammen mit der Donau.
Jetzt mussten wir nur noch in eine erstaunlich neue, rote Bahn (von Siemens) steigen, die uns nach Piliscsaba bringen sollte. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass sich Babs aufopferungsvoll aber leider fast umsonst bei der Beschaffung des Tickets beeilte, da der Zug - obwohl er schon lange da stand - erst nach längerem Warten losfuhr.

So schön und modern die Bahn auch war, es änderte nichts an der Tatsache, dass sie ziemlich bummelte. Zwei Stationen vor unserem Ausstieg blieb die Bahn dann länger stehen und nach einer Durchsage des Zugpersonals stiegen plötzlich nahezu alle Leute aus. Wir, jetzt zu dritt, da sich eine weitere Deutsche Teilnehmerin zu uns gesellt hatte, wussten natürlich überhaupt nicht, was los war und befürchteten erstmal das Schlimmste: Panne, aussteigen, zu Fuß weiterlaufen oder in der Hitze warten. Die Leute draußen schienen jedoch wenig besorgt und zündeten sich ganz entspannt Zigaretten an. In gebrochenem Englisch bzw. Deutsch sagte man uns, dass es so um die 30 Minuten dauern würde und dass wir am besten einfach sitzen blieben. Nun gut. Interessanterweise fuhr der Zug wenig später weiter, ohne dass die Gestalten draußen auch nur Anzeichen machten, dass sie einsteigen wollten. Wir waren natürlich auch überrascht und umso enttäuschter, als der Zug wenig später wieder anhielt, umdrehte und auf einem benachbartem Gleis wieder einfuhr. Unsere ungarischen Freunde standen immernoch ganz ruhig mit Kippe in der Hand am selben Fleck. Vielleicht liegt das Problem der Bahn in Deutschland nicht am Unternehmen, sondern an der Mentalität der Leute, die mit ihr fahren (wollen)??!

Mit etwas Verspätung kamen wir dann in Piliscsaba an, wo wir bereits freudig erwartet wurden. Nachdem wir unsere Zimmer bekommen hatten (natürlich getrennte Häuser für Männlein und Weiblein, ist ja schließlich eine Katholische Uni^^), gab es eine erste große Zusammenkunft in der Küche des Mädchen-Hauses. Es waren natürlich noch nicht alle Teilnehmer da; die Deutschen waren klar in der Überzahl, gefolgt von Türken und Italienern. Ingesamt wirklcih sehr nette Leute, vor allem auch unsere ungarischen Betreuer (und ja, Karcsi ist wirklich ein Mann). Aus der Not heraus - es war schon spät, und wir alle hungrig - opferte Karcsi (gesprochen[Korschi]) seine Vorräte. Ein Italiener, Gianpiero, machte aus Tortellini, Tomaten und Auberginen ein leckeres Essen. Die Portionen waren allerdings eher überschaubar und so musste der Magen mit Brot (nein, nicht so ein leckeres, knuspriges Brot wie wir es kennen) und Wurst (Szalami) gefüllt werden. Dazu gab es Wein, der - aus Gründen fehlender Tools - nicht entkorkt, sondern vielmehr bekorkt wurde (d.h. der Korken wurde kurzerhand in die Flasche gedrückt). Jaja, es lief schon ein wenig chaotisch ab, aber mei, wir waren ja auch nicht mehr in Deutschland, sondern, endlich in
UNGARN!!!!

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