Friday, August 29, 2008

Két szép hétek - Zwei schöne Wochen...

Fast zwei Wochen kein Eintrag mehr... aber nicht weil es nichts zu schreiben gab, sondern eher, weil wir soviel erlebt haben, dass wir gar keine Zeit hatten.


Zunächst, ganz wichtiger Punkt: WIR HABEN EINE WOHNUNG GEFUNDEN! und die ist auch noch richtig schön! (Fotos findet ihr bei dem Link zu unserem Web-Album!) Die Wohnung ist hell, 65m² groß, und direkt neben der Donau.
Inzwischen haben wir auch schon den Großteil unserer Sachen in die Wohnung gebracht und gestern (nach den schriftlichen Abschlussprüfungen in Hungarian Language & Hungarian Studies) ein paar Kleinigkeiten im ungarischen IKEA gekauft! (juhu ich habe jetzt auch einen ungarischen IKEA-Katalog). Der Besuch bei IKEA war richtig toll... haben uns ins Restaurant gesetzt und dort unseren Dialog für unsere mündliche Abschlussprüfung, die heute morgen stattfand geübt! Im Dialog ging es um Shopping in einem Obstladen.. Andreas der Verkäufer und ich die Käuferin und zu guter Letzt haben wir uns dann noch für ein Rendevousz verabredet... Die anderen Leute im IKEA Restaurant dürften also auch gut belustigt gewesen sein, als wir diesen Dialog in holprigen Ungarisch mehrfach "laut" durchgesprochen haben.... Zu guter letzt hatten wir noch die grandiose Idee Obst einzukaufen und das zu verwenden... Haben wir heute dann in der Prüfung auch gemacht. Durften das ganze dann auch nochmal im Rahmen der Farewell Ceremony vortragen.... Im Anschluss daran bekamen wir dann unsere Zertifikate und unser Transcript of Records überreicht.

Im Laufe des Sprachkurses veranstalten die Teilnehmer kulturelle Abende... z.B. Deutscher Abend (mit Obazda, Weißwürste, Buletten und Kuchen) , mediterrander Abend (Spanien&Italien), Polnisch/Türkischer Abend,... Diese Reihe an Veranstaltungen wurde am Dienstag mit dem ungarischen Abend abgeschlossen... Wir konnten eine Vielzahl an ungarischen Spezialitäten, Bier und Wein genießen, sowie einer ungarischen Volksmusikgruppe zuhören und lernten ungarische Csárdas (eine Art ungarischer Volkstänze). Das hat richtig viel Spass gemacht!Die Musikgruppe habe ich auch mit der Digicam als Video festgehalten.. leider ist die Qualität nicht so gut.. also die Musik war sehr schön, auch wenn man es jetzt wohl nur erahnen kann. ( Das Instrument ganz links ist übrigens ein Hurdy-Gurdy)





Was haben wir in den letzten zwei Wochen sonst noch so angestellt?
Ausflüge unternommen und viel besichtigt... die Fotos habe ich ja immer zeitnah online gestellt, aber hier nochmal ein paar Worte dazu:

BALATON
Direkt am Sonntag nach dem letzten Eintrag machten wir uns mit der ganzen Summeruniversitygruppe auf den Weg nach Tihany (Halbinsel am Balaton). Was gibt es zum Ausflug zu sagen.. wir haben das berühmte Kloster auf der Insel gesehen, herrliches Wetter und ebenso schönen Ausblick genossen... Der Großteil der Gruppe entspannte sich dann am Nachmittag am Ufer des Balatons. Nachdem ich blöderweise meine Badesachen in Piliscsaba vergessen hatte, beschlossen Andreas und ich ein wenige spazieren zu gehen... Auf der Suche nach einem Geschäft (wir wollten Trinken kaufen) kamen wir allerdings immer weiter auf den Hügel bei Tihany und so wurde unser kleiner Spaziergang zu einer Wunderschönen Wanderung um Tihany. Der Ausblick war sehr schön... (Fotos wie immer auch im Webalbum) und wir mussten auch nicht hungern, da Andreas, uns (sehr saure...) Weintrauben von einer Weinrebe "pflückte". (War ganz sicher erlaubt ;-))
Am Nachmittag machten wir uns zurück auf den Weg zur Gruppe und dann mit dem Bus wieder auf den Weg nach Piliscsaba.

NATIONALFEIERTAG
Letzte Woche Mittwoch, also am Mittwoch nach dem Ausflug zum Balaton, hatten wir im Gegensatz zu euch frei, weil hier Nationalfeiertag war. Hier in Ungarn ist dies ein wichtiger und toller Tag, der am Abend in Budapest mit fantastischen Feuerwerken auf den Donaubrücke, der Burggegend und auf der Donau zelebriert wird. Die ganze Stadt war voller Menschen, alle wollten an dem Spektakel teilhaben! Die Strassen rund um die Donau waren gesperrt, der Trambahn- und Busverke
hr gestoppt... Wir machten uns an diesem Tag am Nachmittag (am Vormittag bereitetn wir uns auf einen Ungarisch Test am Donnerstag Nachmittag vor..) auf den Weg nach Budapest und konnten zunächst noch das Ende des "Red-Bull-Air-Race" bewundern... Den Rest des Tages verbrachten wir damit, spazierenzugehen und dann um 21Uhr an der Donau das Feuerwerk zu sehen!
Hier ein Eindruck vom Feuerwerk:



ESZTERGOM
Am Donnerstag (Tag nach dem Nationalfeiertag) besuchten wir zunächst unseren Ungarischkurs und schrieben unseren Test am Nachmittag. Direkt danach machten wir uns mit der Bahn auf den Weg nach Esztergom. Estergom ist ein kleiner, aber feiner Ort an der Slowakischen Grenze. Dort besichtigten wir zunächste die Basilika, stiegen hinauf in die Kuppel und genossen den Ausblick auf die Donau, Sturovice (die Stadt an der anderen Seite der Donau in der Slowakei..) und das sogenannte Donauknie (landschaftlich sehr schöne Gegend!)
In einem Káveház gönnten wir uns ein Stück ungarische Dobosz-Torta und verließen dann das Land (zu Fuß) in die Slowakei... Dort erkundeten wir die Stadt.
Spät am Abend machten wir uns auf den Weg zum Zug zurück nach Piliscsaba :-)

GYÖR

Vergangenes Wochende war dann unser freies Wochenende, das
wir am Samstag zum einen zum lernen für unsere Abschlussprüfungen, die ja heute und gestern waren nutzten und zum anderen um am Sonntag nach Györ zu fahren. Györ ist laut unseres Reisführers eine der schönsten Städte Ungarns, v.a. wegen eines sehr schönen Barockplatzes. Unser Fazit des Tages: Die Stadt ist wirklich sehr schön, auch der Barockplatz, aber so aussergewöhnlich wie es in unserem Reiseführer steht nun auch nicht. Wir haben dann auch noch mehrere sehr schöne Kirchen Beischtigt, den Bischofspalast gesehen und sind durch die Gässchen der Stadt geschlendert... An der Rába (Fluss in Györ) saßen wir ein wenig in der Sonne und machten uns dann am Abend mit dem Zug auf den Heimweg nach Budapest und Piliscsaba.

Erwähnenswert wäre vielleicht noch, dass der T-Punkt (T-Pont) in Györ nicht nur Telefone, ... verkauft, sondern auch Pelzmäntel. Vielleicht wäre das ja auch eine nette Idee für die Deutsche Telekom:


Das war es soweit... hoffe ihr habt einen kleinen Eindruck bekommen, was wir in den letzten zwei Augustwochen gemacht haben. Für uns endet hier auch ein Abschnitt, weil die Summeruniversity, wie ich es bereits erwähnt habe heute offiziell beendet wurde... (inoffiziell findet heute abend noch eine nette Party statt!) .
Wie geht es nun weiter bei uns:
Morgen vormittag verlassen wir Piliscsaba und ziehen bringen unsere restlichen Sachen in unsere Wohnung in Budapest. danach werden wir erstmal einkaufen gehen und die Gegend erkunden.... Bei mir beginnt dann am Montag schon die Uni... Andreas hat noch eine Woche frei... (und hat somit viiiel Zeit für mich zu kochen ;-))

Saturday, August 16, 2008

Reif für die Insel

Sieh einmal da steht er…

Pfuiii der Struwelpeter – und dann auch noch im Anzug…

Graus o Graus, und dann auch noch diese Musik. Die Sonne brennt und die Leute um uns herum gehen voll ab: Langhaarige, stinkende Menschen mit nackten Oberkörpern grölen mit zu Texten, die für uns nach 2 Wochen ungarisch genauso verständlich sind wie für die wenigen Deutschen, die sich vor uns versammelt haben.

Wo sind wir?

SZIGET!

Eines der größten Music-Festivals in Europa, welches derzeit in Budapest auf einer ganzen Insel in der Donau stattfindet.

Und der Struwelpeter ist in Wirklichkeit Sänger der ungarischen Gruppe „URH“, die die Main-Stage am frühen Freitag-Abend rockte. Uns wurde diese Alternative-Band empfohlen, weswegen wir die Nachmittags-Lecture über die ungarische Gastronomie inklusive Weinprobe sausen ließen, um den Spirit des Festivals mitzuerleben.

Gut, wer Babs kennt, der weiß, dass irgendeine ungarische 0815-Rock-Band noch lange kein Grund für sie ist, eine solche Veranstaltung ausfallen zu lassen;-) Da müssten schon mindestens drei gut aussehende Männer auftreten. Doch gut aussehende Männer auf einem Rock-Festival? Wo der große Headliner Iron Maden (e.g. die hässlichste Band der Welt) ist? Die Antwort kann nur lauten: Bela B., Farin Urlaub und Rodrigo Gonzales alias die Beste Band der Welt e.k. Die Ärzte aus Berlin, Germany.

Diese spielten nach besagten URH auf der Main-Stage und da wir zeitlich früh da waren hatten wir zwar Top-Plätze (zweite Reihe, Mitte, also gaaaaanz nah an der Bühne), mussten aber
auch Struwelpeter und seine Kollegen ertragen. Gut, um ehrlich zu sein: So schlecht war die Musik echt nicht (zumindest teilsweise). Dennoch waren wir froh, als es gegen 19.30 hieß:

Achtung Jazz!

Die nächsten 1 ½ Stunden wurde dann gejazzt, gerockt, gepoget,
geschrien und gesprungen was das Zeug hält. Supergute Stimmung, eine 1a Songauswahl der Ärzte (100% Mitgröl-Faktor) und viele
Stagediver über unseren KöpfenJ. Festival-Feeling per excellence, allein dafür hatten sich die 8000 Forint (etwa 34 Euro) für das Tagesticket sowie die resultierende dicke Beule am Kopf (bei mir) und die Ellbogen-Schmerzen (bei Babs) gelohnt.

Danach waren wir ziemlich durchgeschwitzt, hungrig, durstig und glücklich.

Nach einer Stärkung und neuen Klamotten ging es dann zu den Sex-Pistols auf der Hauptbühne. Deren Message war in etwa: Erase George W. Bush! Dazu eine Boxershort mit dem Union-Jack und gar nicht mal schlechte Musik;-).


Anschließend stürzten wir uns ganz tief in den Abgrund: TÖTEN!!! Death!!! ROaaarrr!! In der Hammerworld-Arena, wo eine Deutsche Band mit dem Namen Dew Scented spielte. Na ja, eigentlich machten sie eher Krach. Daher gingen wir in das benachbarte Zelt, wo ganz viele schöne schwarze T-Shirts mit netten Bildern (Totenköpfe, feuerspeiende Drachen, Monster etc.) verkauft wurden. Warum trägt so was eigentlich keiner an der WFI??… Da unser Geldbeutel nicht mehr so gut gefüllt war, mussten wir leider auf den Kauf eines solchen T-Shirts verzichten und ganz unschwarz gekleidet in die Hammerworld-Arena gehen. Dort spielten dann Apocalyptica auf ihren Celli und ließen ihre langen Haare im Takt der Musik kreisen. Das auf so einem Festival auch sehr viele komische Leute rumlaufen, dürfte klar sein. Zwei ganz besondere Exenmplare der Spezies Metal-Fans (ein kleiner, sehr behaarter Zwerg und sein Freund, der Zeuge Jehovas) standen neben uns und gaben sich sehr komischen Bewegungen hin.

Als wir uns anschließend wieder dem Totenreich abwendeten, hatten wir noch etwa vier Stunden, bis der erste Zug zurück nach Piliscsaba fuhr.

Es blieb also noch genug Zeit, die Insel einige (gefühlte) Male zu umkreisen und verschiedene weitere Stages und Zelte zu besuchen. Komischerweise lief in den meisten Zelten extreme Elektro-Musik, was doch sehr kontrastiv zu dem Metall aus Hammerworld war.

Im Morgengrauen verließen wir schließlich die Insel und damit Sziget und beschlossen, am nächsten Tag nicht mit nach Esztergom zu fahren, sondern lieber einen entspannten Tag in Piliscsaba zu verbringen (und mal wieder was für unsere Ungarisch-Kenntnisse zu tun, so dass wir die Texte von URH auch verstehen können^^)...

Friday, August 15, 2008

Mid-Term-Exam und Lángos im Pool bei der Wohnungssuche in Szentendre...

...naja, das ist so nicht ganz richtig, aber die Worte, die unsere Woche seit Samstag am besten beschreibe. (Bevor ich es vergesse, entschuldige ich mich hiermit offiziell bei Johannes, den ich hier nicht öffentlich erwähnen möchte, dass es soolange keinen Eintrag mehr gab... ;-))


Letztes Wochenende war im Rahmen unseres Kulturprogrammes am Szombat (Samstag ;-)) ein Field-Trip nach Szentendre und am Sonntag einer BudapestRE (=NACH) geplant...
Samstag war dann eher Dauerregen angesagt und wir entschieden uns daheim zu bleiben und lieber für unser Magyar-"Mid-Term-Exam" am Montag zu lernen...
Nachdem wir dann am Sonntag glücklicherweise wieder 36Grad (mindestens..) und strahlenden Sonnenschein hatten, machten wir uns da auf den Weg nach Szentendre...
Wer oder was ist Szentendre?
Wikipedia: Szentendre [ˈsɛntɛndrɛ] ist eine Stadt in Ungarn. ;-) Wer hätte das gedacht... Nachdem der Wikipedia-Eintrag nicht wirklich Aussagekräftig ist, werd ich hier mal noch ein paar Sätze schreiben... Also Szentendre ist ein beliebtes Ausflugsziel der Budapester an Wochenenden, das nicht sehr groß, sondern eher ein Kaff ist klein und idyllisch gelegen ist.
Der Ort besteht zum Großteil aus Kirchen, die recht schön anzusehen sind und einem großen Platz, dem Fö ter (Hauptplatz) der aufgrund seiner barokken und rokkoko-Architektur auch sehr hübsch anzusehen ist. Nervig etwas schade ist allerdings, dass die Stadt ansonsten so gut wie nur noch aus Souvenirläden besteht. Wirklich sehr schön und empfehlenswert ist es allerdings mal an die Donau zu schauen und dort ein wenig spazieren zu gehen.... Ach ja und noch was: Wo bleibt eigentlich die Flaschenpost???

Während einige im Marzipan-Museum abstiegen (und sich dort á la Madame Tussauds Michael Jackson aus Marzipan antaten) beschlossen wir, die ungarische Küche zu erforschen und probieren Lángos. Dies schafften wir trotz unserer rudimentären Ungarisch Kenntnisse... "Kérek ket lángos...." Lángos sind eine Art Hefeteigfladen, der im Fett herausgebacken wird. Diese kann man entweder pur oder z.B. mit Sauerrahm, Käse oder Schinken (oder am besten allem zusammen ;-)) essen. Sind wirklich sehr lecker!


Für den Rückweg entschieden wir uns dann ein Schiff zu nehmen.. war mit Studentenrabatt ziemlich günstig und hat sich auf jeden Fall gelohnt und der perfekte Ausklang für einen schönen Sonntag, da wir auf dem Rückweg mit wunderschöner Flusslandschaft und Budapest von der Donau aus belohnt wurden... [Fotos]



Nach dem Sonntag kam der Montag und mit dem Montag unser Magyar-Mid-Term-Exam, die soweit ganz gut gelaufen ist... :-)
Danach hatten wir dann auch wieder Zeit uns, dem zeit- und nervenraubensten Thema momentan hier zu widmen: Wohnungssuche

Budapest ist voller Wohnungen, man muss sie nur finden.. gar nicht so einfach... Wir haben zwar noch immer keinen Vertrag unterschrieben, aber die Entscheidung haben wir heute nun endgültig gefällt :-) Endlich... hoffentlich klappt alles so, wie wir und das vorstellen... Vor der Entscheidung lag aber eine lange Suche, weite Wege und viele Treppen.. Inzwischen können wir behaupten die Downtown von Budapest doch recht gut zu kennen, da wir (fast) alle Strecken zu Fuß zurückgelegt haben...

Zwischen Ungarischlernen, Lángos essen und Wohnungssuche besuchen wir auch noch brav unsere Vorlesungen zu Themen wie "Introduction to the Hungarian History", "History of Hungarian Language" -> gäääähn oder "Introduction to Hungarian Architecture". Die meisten Sachen sind wirklich sehr interessant :-) Bin auch schon sehr gespannt auf morgen, da haben wir nämlich dann "Introduction to Hungarian Gastronomy" und ihr wisst ja... essen ist immer gut ;-))

Ansonsten betreiben wir im Rahmen fantastischer Pool-Parties interkulturellen Austausch...



Was sind nun unsere tollen Pool-Parties?
Neidisch? Unsere Uni hat einen eigenen Pool. Ja uns es ist wirklich ein Swimmingpool. Naja.. also will ja hier nicht überteiben... also das Ding stammt aus Sowjetzeiten (damals waren in Piliscsaba, wo wir uns ja gerade befinden sehr viele Sowjets stationiert..), ist nicht mit Wasser gefüllt und hat sich hier als perfekter Ort für Parties bewährt... :-)


Es gibt noch soviel zu erzählen... leider ist es schon spät... morgen ist wieder um 7 Uhr aufstehen angesagt und dann den ganzen Vormittag erstmal Ungarisch lernen.. Was wir dann vorhaben verraten wir euch hier an dieser Stelle mal noch nicht...


Links:
Szentendre
Langos

Saturday, August 9, 2008

Remember the Becks...


Ok, eigentlich müsste der Titel heißen: Remember the Becks Back's.

Dies ist ein Originalzitat von Marie, einer der Ungarisch-Lehrerinnen (tanárnö magyarul) und fiel genau nach unserem interkukturellen Deutschland-Abend. Um den Sinn dieser Aussage zu verstehen, bedarf es einem Einblick in die Auffäligkeiten der ungarischen Sprache (mit der wir uns jetzt schon seit einer Woche rumquälen:-)). Und zwar ist es folgendermaßen: Es gibt Front-Vowels (e,é,i,í,ö,ü) und Back-Vowels (a,á,u,ú,o,ó). Jaja, fragt nicht, es hat irgendwas mit der Intonation zu tun, ob nun Front oder Back. Jedenfalls ist diese Unterscheidung immens wichtig für nahzu alle grammatikalischen Phänomene die wir bisher kennengelernt haben. Beispiel Pluralbildung: Der Plural von die "Türken" heißt auf Ungarisch "törökök", da ö ja ein Front-Vowel ist, an die -ök oder -ek angehangen wird. Bei den Back-Vowels wird -ok oder -ak drangehangen. Ähnlich verhält es sich mit der Verb-Konjugation....

Da wir hier aber nicht die ganze ungarische Sprache erklären wollen (wir verstehens ja selber kaum), sollte nur hängen bleiben, dass es eben diese Unterscheidung gibt, auf die immer geachtet werden muss. Daher resultierte auch der Satz "Remember the Backs", which means that you always have to consider if the word belongs to "Front-Vowels" or "Back-Vowels" before using it;-).

Ihr merkt schon, mit der ungarischen Sprache ist es nicht ganz einfach. Es macht aber trotzdem viel Spaß, zumal es vielen anderen Teilnehmern ähnlich ergeht. Verstehen tun nur die wenigsten etwas... selbst Idiotenfragen wie "Hogy vagy" (Wie geht's) sind von der Aussprache nur schwer zu verstehen. Im Zweifelsfalle hilft immer "nem értem"(ich nix verstehen) oder "köszönöm" (danke).

Jedoch bestand unsere erste Woche in Piliscsaba nicht nur aus Sprache lernen, sondern eher gegenteilig. Wir wären froh, bzw. es wäre hilfreich, mehr Zeit fürs "lernen" aufbringen zu können. Sehr stramm ist nämlich das Programm, welches wir durchlaufen. Donnerstag hatten wir beispielsweise unseren interkulturellen Deutschland-Abend, wo wir Deutsche (zusammen 8 Leute) für die anderen etwas typisch deutsches kochem mussten. Es gab typisch deutschen Salat (?? Tomaten für 69 Forint/500g, also etwa 40 ct/kg!!) dazu Buletten (von Matthias, dem Berliner), Folienkartoffeln mit Quark, Weißwürschte (von Aldi), Obazda (von wem wohl) Brot und Pflaumenkuchen. Dazu natürlich Deutsches Bier. Neben HB (siehe Foto) auch Becks.

Da der Abend für manche bis 3:45 ging, ist wohl klar, dass das ein oder andere Bier geflossen ist. Vielleicht noch eine kleine Anekdote: André (aus Karlsruhe) und ich gingen am Donnerstag etwa 2,5 km an einer Landstraße, um das Deutsche Bier zu besorgen. (Der Aldi direkt nebenan verkauft auch so ein als Deutsches Bier deklariertes Gesöff, welches fast noch schlimmer ist als Karlskrone^^). Als wir schließlich, nach einem langen Marsch in der prallen Sonne, in die Zufahrtsstraße zur Uni einbogen, hielt plötzlich ein Auto neben uns an. Der Fahrer kurbelte das Fenster runter und bot uns an, uns ein Stück mitzunehmen. Klar, dass wir einstiegen und uns die restlichen 200m zur Uni mitnehmen ließen. Auf der doch sehr kurzen Fahrt stellte sich heraus, dass der Fahrer ein Freund von Karcsi, unserem ungarischen Betreuer war. Genau mit diesem Freund (der Name ist mir leider wieder entgangen) tranken wir dann an jenem Abend bis tief in die Nacht und es war wirklich mehr als lustig:-)

Nun, am nächsten Morgen war ich zwar fit genug, um noch vor Kursstart und Hausaufgaben machen eine Runde laufen zu gehen;-), aber dennoch hatte der Satz "Remember the Backs" so eine gefühlte zwielichtige Bedeutung...^^




Soviel also im groben zu einigem, was wir in unserer ersten Woche in Piliscsaba erlebt haben. Weiter haben wir natürlich auch fleißig nach einer schönen Wohnung in Budapest gesucht....und was wir da so alles erlebt haben, das wird einer der nächsten Einträge berichten.

Bis dahin: Viszontlátásra!

Tuesday, August 5, 2008

Pázmány Péter Katolikus Egyetem

Seit Samstag abend sind wir ja jetzt an der Péter Pázmány Universität in Piliscsaba, die sich 20km von Budapest entfernt befindet. Es ist in etwas vergleichbar mit Eichstätt-Ingolstadt... nicht nur weil beide Unis katholisch sind, sondern auch aufgrund der räumlichen Trennung. Hier in Piliscsaba befindet sich die Faculty of Humanities und in Budapest etwas plump ausgedrückt der Rest (okay ich geb zu, ich hab keine Ahnung was die sonst noch so haben).
Der Campus hier ist recht weitläufig, groß und grün und spiegelt anscheinend alle Bauepochen Ungarns wieder... zumindest wurde uns das mit einem Zwinkern und dem Blick auf einige alte sowjetische Bauten gezeigt, die sich hier ebenfalls auf dem Campus befinden (eine davon wird als eine Art Sporthalle genützt)
Ansonsten ist die Architektur wirklich beeindruckend.
Recht nett ist auch, dass alle Gebäude einen Namen haben... die Mädls wohnen zum Beispiel im Catharinaeum, die Jungs im Emericaneum, Sprachkurs haben wir im Anselmaneum und Vorlesungen z.B. in Hungarian History im Stephaneum.
Ausserhalb der Uni befindet sich ein kleiner Ort, der etwas "kaffartig" ist, das einizge auffindbare Geschäft war bisher ein Aldi, indem sie zu 90% deutsche und österreichische Produkte verkaufen... Also falls ich jemanden Riesen Schokoküsse, Doppelkekse oder andere Köstlichkeiten aus Ungarn mitbringen soll....
Aber zurück zum Ort Piliscsaba: Die meisten Straßen sind doch in einem recht verbesserungswürdigen Zustand... einige Häuser auch... wobei und besonders diese Garageneinfahrt ins Auge gestochen ist:

Ich weiss nicht ob man es so gut erkennen kann, aber zwischen Erdboden und Einfahrt ist mindestens 40cm Abstand... Da stellt sich gleich mehrere Fragen: 1. Wie soll man da bitte rein fahren?? (raus würde ja theoretisch noch gehen) 2. Was für ein Auto hat der Besitzer? und 3. Wie sieht das aus?? Das sind wohl Fragen, die für immer ungeklärt bleiben werden...

Gestern (Montag) war der offizielle Beginn des Sprachkurses. Zunächst fand eine nette "Opening Ceremony" im Garten der Uni statt.. Die meiste Zeit waren wir dabei allerdings beschäftigt das Büffet zu vertilgen... Anschließend bekamen wir dann eine Führung über das Unigelände...

Inzwischen weiss ich auch, was es mit dem Pool auf sich hat, von dem ich ja einigen schon erzählt habe. Ja es ist ein richtiger Pool ;-) Aber schwimmen kann man darin dennoch nicht. (mehr verrate ich jetzt auch gar nicht ;-)))

Inzwischen sind auch endlich alle Studenten hier eingetroffen, inzwischen sind wir Deutschen nicht mehr in der Überzahl, sondern wurden von den Italiernern eingeholt... mamma mia...
Wir sind nun eine nette Mischung aus Italien, Polen, Spanien, Türkei, Marokko, Deutschland und paar Ungarn, die hier für uns zuständig sind...

Am Montag Nachmittag begann dann auch unsere erste Ungarisch Lesson, die uns schon mal mit den Grundzügen der Sprache vertraut machte. Ungarisch gehört ja zu den Finno-Ugrischen Sprachen, allerdings hat sich nichts mit dem finnischen gemeinsam. Angeblich ein paar Wurzeln, mehr aber nicht. Es gibt aber ein paar kleine Ähnlichkeiten mit dem Türkischen, weshalb sich die Türken hier teilweise einfach tun...

Ansonsten konnten wir gestern schon kleine Sätze bauen, wie zum Beispiel (mein Lieblingssatz):
A kutya egy zoknit eszik. (= Der Hund ist eine Socke)

Von Gästen, die mit Wasser bespritzt werden....

So, bin hier bisschen im Rückstand mit berichten... Am Sonntag machten wir uns nach unserer ersten Nacht in Ungarn auf den Weg nach Budapest um ein paar Wohnungen zu besichtigen und die Stadt kennenzulernen. Da wir bereits um 10 Uhr unseren ersten Termin hatten mussten aufgrund des grandiosen Fahrplans bereits um 7:48 hier am Bahnhof sein...
In Budapest angekommen beschlossen wir die meisten Strecken zu Fuß zu laufen um mehr von der Stadt zu sehen (und Geld zu sparen, da wir unseren Studentenausweis noch nicht hatten). Leider hatte ich nicht bedacht dass Flipflops und mehr als 10km kreuz und quer durch die Stadt zu spazieren wohl doch nicht ganz vereinbar sind... Aber ich habe durchgehalten, auch wenn meine Füßchen danach ganz schön weh taten.
Gefühlt kenne ich jetzt die gesamte Budaer (linke Seite von der Donau) und Pester (rechte Seite von der Donau) Innenstadt, die sehr, sehr schön ist. Auf unserem Weg durch die Stadt wurden wir allerdings nicht nur mit hübschen Sehenswürdikgeiten konfrontiert, sondern auch mit dem ein oder anderen Kuriousum (;-)).
Als wir nämlich abends ein bisschen was essen waren, stellten wir fest, dass viele Restaurants, Cafes,... ihre Gäste mit Wasser bespritzen! Hört sich nicht nur seltsam an, sondern ist auch seltsam... Dies geschieht durch Ventilatoren, die auch Wasser durch die Gegend wirbeln. Die Ungarn scheinen das zu mögen, wir bevorzugten allerdings dochn einen trockenen Platz...



Beim Einkaufen im Supermarkt mussten wir auch feststellen, dass es gar nicht so einfach ist rauszufinden welches Wasser mit und welches ohne Kohlensäure ist. Wir gingen davon aus, dass "szénsavmentes" MIT Kohlensäure ist, naja wir hatten Pech. Wobei jemand anderes auch Wasser "széntsavmentes" gekauft hat und dies anscheinend Kohlensäure enthielt... irgendwie etwas dubios das ganze.

Insgesamt verbrachten wir am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein mehr als 12 Stunden in Budapest, die meiste Zeit zu Fuß unterwegs... aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt, weil wir doch recht viel gesehen haben. Oben rechts in der Slideshow könnt ihr davon auch ein paar Bilder sehen....

Monday, August 4, 2008

Destination Piliscsaba

Es war (Samstag) 6:30 Uhr als der Wecker unweigerlich klingelte und uns beiden klar wurde, dass die letzten Stunden angelaufen waren (ok, mir wurd es langsam klar). Gross waren die Anstrengungen der letzten Tage gewesen, doch der Höhepunkt sollte erst noch folgen. Dazu später mehr...

Ein Blick nach draußen verriet uns, dass uns nichts mehr in Deutschland halten konnte. Regen. Nach einer Woche voller Sonnenschein nur grauer Himmel am Horizont.
Gut, da dies hier jedoch kein Roman werden soll, werd ich mich kürzer fassen. Wir wurden also zum Bahnhof nach München gebracht - ok, vielleicht wäre noch erwähnenswert, dass wir doch kein Bügeleisen mitgenommen haben, dafür aber ein total wichtiges Utensil, von dem ich die genaue Bezeichnung gar nicht kenne. Irgendwas zum Glätten der Haare...;-) Da wir grad beim Thema sind, will ich mich noch kurz rechtfertigen: 1. Der neue Koffer ist toll und ich kann nichts dafür, dass er so groß ist. 2. Als Verteter der Deutschen Kulturbräuche ist es meine Pflicht, ein paar Flaschen Bier mitzunehmen 3. Fußballer werden verstehen, dass ich ein paar Fußballschuhe für draußen (also mit Stollen) und eines für drinnen mitnehmen musste. Bezüglich der Schuhe herrscht also eigentlich ein gefühltes Unentschieden.

Am Münchener Hbf angekommen, konnten wir gleich den Zug bzw. unser Abteil mit unserem Gepäck in Gewahrsam nehmen Gut, dass wir so früh da waren, denn wenig später war alles voll gestellt.

Die Fahrt an sich lief äußerst unspektakulär ab: München - Salzburg (Regen) - Wien (Regen) - Györ (Sonne und Audis). Der erste Eindruck von Ungarn war nicht wirklich so berauschend: Es sah nicht nur draußen noch vieles sehr heruntergekommen und verlassen aus, auch das ungarische Zugpersonal wirkte irgendwie kommunistisch (vielleicht lag es an der roten Armbinde). Nun gut, man soll ja keine Vorurteile haben.
In Budapest angekommen, begann dann die Höllentor nach Piliscsaba, dem Ort, etwa 30 km nord-westlich von Budapest, wo unser Sprachkurs stattfindet. Da jeder von uns zwei größere Gepäckstücke hatte, war die Koordination nivht ganz einfach. Aber wir schafften es irgendwie: Runter in die Metro, raus aus der Metro, laufen, rein in die HEV, raus, Treppen hoch und siehe da: Aus der Finsternis der öffentlichen Verkehrmittel emporgestiegen offenbarte sich uns erstmals ein vollkommender Anblick prunkvollster Schönheit: Das Parlament zusammen mit der Donau.
Jetzt mussten wir nur noch in eine erstaunlich neue, rote Bahn (von Siemens) steigen, die uns nach Piliscsaba bringen sollte. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass sich Babs aufopferungsvoll aber leider fast umsonst bei der Beschaffung des Tickets beeilte, da der Zug - obwohl er schon lange da stand - erst nach längerem Warten losfuhr.

So schön und modern die Bahn auch war, es änderte nichts an der Tatsache, dass sie ziemlich bummelte. Zwei Stationen vor unserem Ausstieg blieb die Bahn dann länger stehen und nach einer Durchsage des Zugpersonals stiegen plötzlich nahezu alle Leute aus. Wir, jetzt zu dritt, da sich eine weitere Deutsche Teilnehmerin zu uns gesellt hatte, wussten natürlich überhaupt nicht, was los war und befürchteten erstmal das Schlimmste: Panne, aussteigen, zu Fuß weiterlaufen oder in der Hitze warten. Die Leute draußen schienen jedoch wenig besorgt und zündeten sich ganz entspannt Zigaretten an. In gebrochenem Englisch bzw. Deutsch sagte man uns, dass es so um die 30 Minuten dauern würde und dass wir am besten einfach sitzen blieben. Nun gut. Interessanterweise fuhr der Zug wenig später weiter, ohne dass die Gestalten draußen auch nur Anzeichen machten, dass sie einsteigen wollten. Wir waren natürlich auch überrascht und umso enttäuschter, als der Zug wenig später wieder anhielt, umdrehte und auf einem benachbartem Gleis wieder einfuhr. Unsere ungarischen Freunde standen immernoch ganz ruhig mit Kippe in der Hand am selben Fleck. Vielleicht liegt das Problem der Bahn in Deutschland nicht am Unternehmen, sondern an der Mentalität der Leute, die mit ihr fahren (wollen)??!

Mit etwas Verspätung kamen wir dann in Piliscsaba an, wo wir bereits freudig erwartet wurden. Nachdem wir unsere Zimmer bekommen hatten (natürlich getrennte Häuser für Männlein und Weiblein, ist ja schließlich eine Katholische Uni^^), gab es eine erste große Zusammenkunft in der Küche des Mädchen-Hauses. Es waren natürlich noch nicht alle Teilnehmer da; die Deutschen waren klar in der Überzahl, gefolgt von Türken und Italienern. Ingesamt wirklcih sehr nette Leute, vor allem auch unsere ungarischen Betreuer (und ja, Karcsi ist wirklich ein Mann). Aus der Not heraus - es war schon spät, und wir alle hungrig - opferte Karcsi (gesprochen[Korschi]) seine Vorräte. Ein Italiener, Gianpiero, machte aus Tortellini, Tomaten und Auberginen ein leckeres Essen. Die Portionen waren allerdings eher überschaubar und so musste der Magen mit Brot (nein, nicht so ein leckeres, knuspriges Brot wie wir es kennen) und Wurst (Szalami) gefüllt werden. Dazu gab es Wein, der - aus Gründen fehlender Tools - nicht entkorkt, sondern vielmehr bekorkt wurde (d.h. der Korken wurde kurzerhand in die Flasche gedrückt). Jaja, es lief schon ein wenig chaotisch ab, aber mei, wir waren ja auch nicht mehr in Deutschland, sondern, endlich in
UNGARN!!!!

Friday, August 1, 2008

Die letzten Stunden in Deutschland...

Nach kräftezehrendem und nervenaufreibenden (naja - sooo schlimm war es nicht, aber Andi kann schon mal etwas trödeln...) Umzug ging es nun gestern abend und heute ans packen. Gar nicht so einfach die richtigen und wichtigen Dinge von den eher unwichtigen zu selektieren... aber nach stundenlangen grübeln und aussortieren von Dingen, die nicht unbedingt mitmüssen ging mein Koffer zumindest unter geringfügiger Anwendung von Gewalt zu...
Dabei muss ich hier gleich mal anmerken, dass es ein Gerücht ist, dass Frauen mehr Gepäck haben... (ich musste mich Andi mit 5:6 Paar Schuhen ganz klar geschlagen geben)
Nachdem ich eh weiss, dass ihr mir DAS nicht glaubt, hab ich das gleich mal bildlich festgehalten:


Wem diese Reisetasche gehört dürft ihr euch selber ausmalen...
(immerhin ist ja zumindest mal auch ein Handtuch drin... - und ich bin sehr dankbar, dass letztendlich dann auch noch mein Bügeleisen Platz gefunden hat :-) )

So, in ein paar Stunden gehts los... mal sehen was uns so erwartet! Darüber werden wir euch natürlich hier auf dem Laufenden halten. (Kommentare sind immer und gern erwünscht!!)

P.S.: Lieber Johannes, bitte entschuldige dein in eine Plastiktüte gestopftes Geburtstagsgeschenk, aber nachdem ich gestern stundenlang (Bad und Fenster meines Freundes gereinigt) beschäftigt war, hats leider nicht mehr für mehr gereicht...