Wednesday, December 24, 2008

Boldog Karácsonyt!!!

BOLDOG KARÀCSONYT


Wir wünschen euch allen frohe und besinnliche Weihnachtstage und schon mal einen guten Rutsch ins neue Jahr! Unsere Transylvanien Berichte sind leider immer noch nicht fertig, aber das wird schon noch!

Friday, December 12, 2008

Mit dem Rucksack durch Transsylvanien

Hallo :-)

so, da ich jetzt mal davon ausgehe, dass hier noch einige Transsylvanien Berichte folgen werden, denke ich ist es sinnvoll hier eine kleine Übersicht zu haben, was wann wie und wo war...

Und genau deswegen habe ich jetzt auch eine kleine Karte erstellt, wo ihr unsere Route nachverfolgen könnt, damit ihr zumindest mal eine kleine Vorstellung bekommt, wo wir uns überhaupt herumgetrieben haben.

Und wer jetzt hier nichts erkennen kann, weil die karte zu klein ist, kann da auch draufklicken und schön herumzoomen.


Größere Kartenansicht



Die verschiedenen Farben auf der Karte stehen für einzelnen Reisetage:

  • Tag 1, 21.- 22.10.2008: "Auf den Spuren Draculas"
  • Tag 2, 23.10.2008:
  • Tag 3, 24.10.2008:
  • Tag 4, 25.10.2008:
  • Tag 5, 26.10.2008:
  • Tag 6, 27.10.2008:
Fotos haben wir natürlich auch. Zu jedem Tag gibt es ein Fotoalbum:

Tuesday, December 9, 2008

Transsylvanien - Fotos

Hallo ihr lieben!



unsere Reise durch Transsylvanien, Siebenbürgen oder auch Erdely genannt ist ja nun schon einige Zeit vorbei.. endlich habe ich es jetzt trotz Püfungsstress geschafft mal die Bilder hochzuladen. Die sind allerdings noch nicht kommentiert ;-) und teilweise auch nich nicht in der richtigen Reihenfolge.. (nicht dass mir da nachher Klagen kommen..)

Zudem habe ich jetzt auch noch die Bilder vom Budapest Marathon hochgeladen ;-)

Die Fotos findet ihr wie immer unter folgendem Link:
http://picasaweb.google.com/Barbara.Heinrich



Viele liebe Grüße aus Budapest!!!

Sunday, November 30, 2008

In der Weihnachtsbäckerei...

[ja, wir wissen, das ist jetzt nicht die versprochene Fortsetzung unseres Berichts über unseren Transylvanien Urlaub, aber das holen wir, wenn wir mehr Zeit haben in ungefähr zwei Wochen dann nach... ]

Heute haben wir uns ersteinmal bisschen Zeit genommen um uns ein wenig auf die begonnene Adventszeit einzustimmen..


Am liebsten hätten wir ja viiiele verschiedene Sorten gebacken... mussten uns dann aber doch aufgrund gegebener Zeitrestriktionen auf zwei Sorten beschränken. Andi entschied sich für Kinderplätzchen, die mit ordentlich Schokolade beschmiert verziert wurden und Barbara wählte ihre Lieblingsplätzchen "Spitzbuben".


Das Backen mit Gasherd war zunächst einmal etwas gewöhnungsbedürftig. Vor allem nachdem Barbara anfangs erstmal ein paar Plätzchen in das Nirvana unseres Backofens berfördert hatte. Aber dann nahm Andi das Bleche drehen und Plätzchen wenden in seine Hand... und fortan überlebten es alle Plätzchen... (abgesehen von der drohenden Gefahr jederzeit aufgegessen zu werden... :D )




So sah dann das Ergebnis aus! Da läuft vermutlich nicht nur uns das Wasser im Munde zusammen...


Wir hoffen ihr habt einen mindestens genauso schönen ersten Advent verbracht! Viele liebe Grüße aus der Weihnachtsbäckerei, Pozsonyi út 54, Budapest




Abstimmung:
Welche Plätzchen sind "schöner" ?


a) Kunstvoll mit feinster Erdbeerkonfitüre zusammengefügte Spitzbuben


b) Schokoladenornament auf feinstem Gebäck(Unter allen Teilnehmern verlosen wir das was von den Plätzchen übrig bleibt...)

Tuesday, November 11, 2008

Auf den Spuren Draculas

Nachdem ja jetzt doch schon ein bisschen Zeit vergangen ist seitdem wir wieder aus Transsylvanien zurück sind, kommt hier nun endlich ein erster kleiner Bericht:

Zu Beginn gilt es noch mal klarzustellen, dass Transsylvanien keineswegs in Ungarn, sondern in Rumänien liegt. Rumänien, das ist ein Nachbarland von Ungarn welches u.a. auch am schwarzen Meer liegt. Vielen Menschen in Rumänien geht es leider nicht so gut, obwohl das Land mittlerweile auch der EU angehört. Nichtsdestotrotz spielt der Tourismus in Rumänien eine wichtige Rolle und die Menschen gelten als sehr gastfreundlich.

Nun, auch wir beide, Babs und ich, sind für ein paar Tage in die Rolle von Touristen geschlüpft. Und was braucht ein Tourist um ein richtiger Tourist zu sein? Richtig, erstmal einen schönen großen Rucksack, der einen überall und v.a. an Bahnhöfen als Tourist identifiziert (Babs hatte sich extra noch einen schönen, großen Backpack gekauft;-). Dazu noch ein Reiseführer (jepp, auch den hatten wir) und keinen Plan… also keinen Plan von Land uns Sprache. Zumindest geografisch….



Auf geht es!

Wie ihr dem vorherigen Beitrag entnehmen könnt, hatten wir immerhin unsere Tour mehr oder weniger gut geplant und skizziert: Los ging es also am späten Montagabend um 23:00 Uhr mit einem Bus der Firma „Orangeways“. Das Konzept von denen ist eigentlich ganz cool: Die bieten sehr günstige Verbindungen in viele große Städte an (z.B. nach Bratislava und Wien für ab 7 bzw. 13 Euro), oder eben Rumänien. Die Fahrt hin und zurück hat uns gerade einmal (zusammen) etwa 64 Euro gekostet!! Dazu gab es an Bord heiße Schoki, Kopfhörer und Filmeschauen für umsonstJ. Zwar ist die Beinfreiheit ein bisschen eingeschränkt wenn der Vordermann den Sitz zurückklappt, aber sonst ist’s eigentlich ganz bequem…

Erste Station: Târgu Mureş

Früh am Dienstagmorgen kamen wir dann in Târgu Mureş (zu Deutsch: Neumarkt am Mieresch) an. Der erste Eindruck war erstmal gedämpft: Raus gelassen am Busbahnhof (Autogara, dieses Wort ist wichtig!!) mussten wir uns erstmal orientieren, was nicht so einfach war. Wir wollten irgendwie ins Stadtzentrum, welches laut Reiseführer etwa 2 km vom Autogara entfernt sein sollte. Leider war dieser aber nicht auf der Karte eingezeichnet, daher mussten wir uns auf unser Gefühl (bzw. den Orientierungssinn) verlassen.
Targu Mures ist eine, nun wie soll man sagen, also zumindest auf den ersten Blick keine schöne Stadt. Plattenbauten, teils zerfallene Gebäude, große Schilder und Kabel überall, Zigeuner und andere komische Gestalten und ziemlich schlechte Straßen und Wege. Der Unterschied zu Budapest bzw. Ungarn ist um einiges krasser als von Deutschland nach Ungarn.
Wie der Name schon verrät, galt die Stadt in früheren Zeiten als wichtiger Handelsplatz und so ist es kein Wunder, dass das Stadtzentrum eigentlich ganz nett war. Besonders die örtliche Zitadelle war einen Besuch wert. Dort mussten wir auch feststellen, dass der Kapitalismus schon längst und unvermeidlich in Rumänien Einkehr erhalten hatte:
Dank Kapitalismus konnten wir auch an der örtlichen UniCredit-Bank Geld abheben. Doch wie viel war denn jetzt ein Ron wert? Und was bitte ist dieses Lei? Also ein Euro sind etwa 3,65 Ron und Lei ist wohl die alte Währung… . Dennoch waren die Preise mal in Lei und mal in Ron, was doch etwas verwirrend war. Da lob ich mir doch den Euro!!

Eine Frage stellte sich jedoch: Was hat die Skulptur der Wölfin „Lupoaica Romei“ mit den säugenden Zwillingen Remus und Romulus hier zu suchen? (man beachte, dass diese übrigens auch in einigen anderen rumänischen Städten und Gemeinden zu finden ist). Wer diese Frage beantworten kann, bekommt bei nächster Gelegenheit ein Bier ausgegeben;-) [Einsendeschluss ist Sonntag, 16.11.2008; der Rechtsweg ist ausgeschlossen]



Zweite Station: Sighişoara
Nach ein paar weiteren Impressionen der Stadt ging es weiter nach Sighişoara, unserer zweiten Station. Wie bereits oben angedeutet, ist der Bus in Rumänien ein weit verbreitetes Verkehrsmittel. Allerdings sprechen wir hier nicht von großen Bussen wie wir sie kennen, sondern von Minibussen für etwa 15 Personen, welche zwischen den einzelnen Städten und Orten verkehren. So einen Bus nutzten wir dann auch für die „Überfahrt“ nach Sighisoara. Und hier sollte sich erstmals die schöne Seite Transsylvaniens zeigen. Bei herrlichem Wetter passierten wir Pferdkutschen, mussten Kühen und Schafen auf der Straße ausweichen und sahen kleine Ortschaften, die wie aus längst vergangener Zeit wirkten. Nach einer guten Stunde erreichten wir dann Sighişoara. Sighişoara (bzw. Schässburg) ist eine wunderschöne, alte kleine Stadt, die auch das „Rothenburg ob der Tauber Rumäniens“ genannt wird. Und warum? Zu Recht!! Aufgeteilt in Unter- und Oberstadt, bildet die Oberstadt so etwas wie eine große Festung (Zitadelle) mit mittelalterlichen Gässchen, Häusern, Türmen und einer Kirche.

Herbergslos

In der Oberstadt gibt es auch eine Jugendherberge, in der wir eigentlich übernachten wollten. Leider war diese schon völlig belegt, so dass wir nach Alternativen schauen mussten. Wie aber bereits erwähnt, ist Transsylvanien sehr gastfreundlich, d.h. es gibt auch überall Unterkünfte für arme, müde Backpacker. Unser Reiseführer führte u.a. eine günstige Unterkunft einer privaten Person auf, die gleich in der Nähe des Hostels lag. So gingen wir dorthin und erkundigten uns nach einer Schlafmöglichkeit. Leider war das eine Zimmer schon komplett belegt und das andere vorreserviert… Wir wollten uns bereits wieder freundlich verabschieden, als man uns irgendetwas klar machen wollte. Eine jüngere Frau sagte uns in englischen Brocken, dass die ältere Dame, die auch anwesend war, ein Zimmer hätte. Nun ja, so gingen wir mit ihr ein paar Häuser weiter, wo wir eine weitere Frau trafen. Zusammen zeigten die beiden uns dann ein Zimmer, in dem wir wohl schlafen konnten. Da das Zimmer wirklich schön war (und sogar einen Fernseher hatte) sagten wir zu und die beiden begannen gleich das Bett noch mal frisch herzurichten. Mit Händen und Füßen und ein paar Brocken ungarisch (wobei sie wohl auch kein ungarisch sprachen und verstanden) konnten wir uns verständigten und bekamen heraus, dass wir das Zimmer zum Preis von 80 Ron (etwa 24 Euro) haben konnten. Das war übrigens der Standartpreis, den wir bei all unseren Übernachtungen gezahlt haben. Allerdings war dieses Zimmer vom Preis-Leistungsverhältnis her mit Abstand am Besten.

Sightseeing in Sighisoara bei strahlenden Sonnenstrahlen

Die restliche Zeit des Nachmittags nutzten wir, um die Stadt anzuschauen. In der Oberstadt fühlten wir uns tatsächlich ein bisschen zeitversetzt,; zu niedlich waren die vielen kleinen Patrizierhäuschen, Gässchen und Türmchen. Von den ursprünglich vierzehn Wehrtürmen, die jeweils einer der Zünfte gehörten, sind heute noch neun erhalten. So gibt es u.a. noch einen Schneiderturm, einen Kürschnerturm und einen Zinngießerturm. Der mächtigste Turm der Stadt ist jedoch der Stundturm, welcher zugleich Wahrzeichen der Stadt ist. Dieser Turm war früher nicht nur Wehrturm, sondern gleichzeitig auch Schatzkammer und das Haupttor zur Oberstadt.
Weitere Highlights der Stadt sind die Klosterkirche und die Bergkirche, zu welcher man über eine 175-stufige Treppe gelangt. Diese überdachte Treppe wurde im Jahre 1642 von einem besorgten Schulmeister errichtet, damit seinen Schülern im Winter der Weg hoch zur neben der Kirche gelegenen Schule leichter fiel. Was haben die Lehrer nicht früher alles für ihre Schüler gemacht…;-)

Außerdem konnten wir noch den wunderbaren Blick über das Umland genießen...

Draculas Blut

Der sagenumwobenste Platz der Stadt befindet sich am Marktplatz. Und um wen könnte sich dieser Mythos drehen? In einem unscheinbaren Patrizierhaus an diesem Platze soll er geboren sein, Vlad Ţepeş Draculae, in den vielen Legenden besser bekannt als Graf Dracula. Während Draculae auf Deutsch soviel heißt wie "Sohn des Drachen" bekam Vlad III. (welcher er im 15. Jahrhundert Voievod des Fürstentums Walachei war) den Beinamen Ţepeş aufgrund seiner Vorliebe für die Hinrichtungsart der Pfählung. Nun, zwar kann nicht belegt werden, dass Vlad III. tatsächlich in diesem Haus geboren wurde, aber mei, gönnen wir den Rumänen doch den Touristenansturm (und dem Hausbesitzer bzw. Wirt das Geld);-).
[Kleine aber feine Anmerkung von Barbara: Vlad Tepes Draculae war der Papa vom Dracula ;-)]

Müde, müde geh zur Ruh...

Nach dem ganzen Sightseeing gingen wir noch runter in die Unterstadt, um uns mit Proviant für den nächsten Tag einzudecken. Anschließend, es war mittlerweile auch schon Abend, ließen wir uns in einem netten, rustikalen Restaurant nieder, wo wir recht günstig dinierten. Dann machten wir uns im Dunkeln auf den Weg zurück in die Oberstadt und in unser Quartier. Dort angekommen fielen wir mehr oder weniger fix und fertig ins Bett (es sei angemerkt dass die Uhren in Rumänien eine Stunde vorgehen).

Zu guter Letzt ein seltsames Verkehrschild...

Die Bedeutung des Schildes ist wohl klar: Roter Kreis mit weißem Grund heißt immer Achtung. Und durchgestrichen heißt verboten. Folglich darf man hier wohl nicht trompeten.

Der Ursprung dieses Verbots geht weit zurück. Es war wohl im tiefen Mittelalter, als die Pest die Stadt heimsuchte und viele Leute starben. Um seiner Trauer Ausdruck zu verleihen, begann ein junger Weberlehrling, jeden Abend an den Toren der Stadt auf seiner Trompete zu spielen. Eines Tages jedoch begannen auf einmal die Mauern des Torbogens zu schwanken und kurz darauf stürzten eine Reihe von Häusern und Gebäuden ein, die so dichteinander gebaut waren, dass die Satik dem Druck nicht standhielt. So stürzte auch das Haus des Schneidermeisters ein, der mit seiner holden Tochter gleich neben dem Tor wohnte. Doch das des Übels nicht genug, denn zur gleichen Zeit fielen die Osmanen in das gebeutelte Städtchen ein und erbeuteten alles, was sie nur kriegen konnten...

Sunday, October 19, 2008

Wir sind dann mal weg - oder: Urlaub in Transsylvanien

Liebe Blog-Leser,

nachdem wir letzes Wochenende bereits einen wunderschönen Ausflug gemacht haben, werden wir uns ab morgen Abend in ein neues Abenteuer begeben:

TRANSSYLVANIEN

Eine Region voller Mythen und Legenden, denen wir auf den Grund gehen wollen. Ob Vampire, Werwölfe oder mit Knoblauch bewaffnete Bauern - wir lassen uns gerne überraschen. Und falls wir nächste Woche nicht wieder da sein sollten, dann sind wir wohl einem der o.g. Gestalten zum Opfer gefallen...

Da Babs das Wochenende über in Eger und Miskolc war, hab ich mich - neben meinen Sachen für die Uni - der logistischen Herausforderung der "Optimalen Routenplanung" hingegeben. Was dabei rausgekommen ist, könnt ihr unten sehen:
Und ja, ich habe so in etwa die "Nächste Nachbar Heuristik" angewandt, mein besonderer Dank gilt daher v.a. Professor Kuhn und Tommy Wensing;-)
Die Planung sieht dann etwa wie folgt aus:
PS: Für Unleserlichkeit haftet ebenfalls der Logistik-Lehrstuhl. Das hab ich da so gelernt!

Also dann: Auf ins Abenteuer!!

Thursday, October 16, 2008

Mit dem Fahrrad durch die Puszta...

...endlich hier auch der Bericht zu unserem letzten Wochenendausflug, von dem ihr ja schon seit Montag die Fotos bewundern könnt.

Die Idee hatte ich irgendwann im August. Was Andi anfangs als Schnappsidee abgetan hat, wurde einer unserer schönsten Ausflug in Ungarn bisher...

* * *

SAMSTAG 11. OKTOBER

Budapest, 5:30 Uhr:

Der Wecker läutet und läutet und läutet. "Schatz!!! Komm lassen wir das, lass und lieber weiterschlafen und einen entspannten Tag machen" (Zum Glück) war Andi genauso gnadenlos wie unser Wecker und so führte kein Weg daran vorbei aus dem Bett zu kriechen, unter die (unfreiwillig kalte) Dusche zu springen, Brote zu schmieren und dann zum Bahnhof aufzubrechen.

Da uns die Tram vor der Nase wegfuhr mussten wir dann die letzten Meter zum Bahnhof laufen um unseren Zug noch gerade so zu erwischen. Unser erstes Ziel an diesem Tag war allerdings nicht die Puszta, sondern Debrecen (da kommen übrigens die Debreciner - Würschtel her), die zweitgrößte Stadt Ungarns.
Zweieinhalb Stunden später kamen wir dann an:

Debrecen:

Am Bahnhof angekommen machten wir uns auch gleich auf den Weg die Sehenswürdigkeiten von Debrecen, das auch Calvinistisches Rom genannt wird zu besichtigen. Obwohl die Stadt nur um die 200.000 Einwohner (Budapest hat zum Vergleich 1,8Mio.) hat, war sie historisch gesehen von großer Bedeutung:

Zum einen wurde die Stadt während der 1848er Revolution zum Hauptquartier seiner Freiheitskämpfe und zum Sitz seiner Regierung gemacht. In der großen reformierten Kirche erklärte er dabei Ungarns Unabhängigkeit und die Absetzung der Habsburger! Zum anderen trat ein Jh. später in Debrecen eine provisorische Nationalversammlung zusammen und wurde Hauptstadt der bis dahin befreiten Landesteile.

Neben der äusserlichen Besichtigung der großen reformierten Kirche, des reformierten Kollegiums, einigen hübschen Gebäuden, Statuen und Denkmälern besuchten wir auch das sehr sehenswerte Deri Museum. Neben einer volkskundlichen Sammlung findet man hier die sehr berühmte Trilogie des ungarischen Malers Mihály Munkácsi (ecce homo, christus vor pilatus und golgotha). Leider waren nur zwei der beeindruckenden Werke da...

Nach dem Museumsbesuch machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof um von dort mit einem herrlich altmodischen Bummelzug nach Hortobagy (gesprochen: Hortobadsch) in die Puszta zu fahren.

Hortobagy, 14:15Uhr:

oben, links & rechts: der nette Bummelzug von Debrecen nach Hortobagy; unten links: die berühmte Neun-Bogen-Brücke ; rechts: die Straße unserer Unterkunft


"Wo schlafen? Wo schlafen? Ich habe Zimmer." So empfing uns eine recht geschäfttüchtige (nette) alte Dame, bei der wir uns wegen Fahrrädern erkundigten. So hatten wir schon recht bald eine Bleibe für die Nacht, Fahrräder für den nächsten Tag und viel Zeit um den Ort Hortobagy zu erkunden.

unsere Unterkunft in Hortobagy

Nach einem Spaziergang durch den Ort und die Gegend aussenrum beobachteten wir noch einen wunderbaren Sonnenuntergang. Anschließend gingen wir dann in einer Csárda essen. Natürlich ließen wir uns leckere Gulyas - Suppe schmecken....

Sonnenuntergang in Hortobagy. Auf der linken Hälfte des Bildes kann man einen für die Puszta typischen Ziehbrunnen sehen :-)

* * *

Sonntag 12. OKTOBER 2008

Mit dem Fahrrad durch die Puszta:

Morgens war wieder früh aufstehen um halb 7 angesagt. Wir wollten ja möglichst viel an dem Tag sehen. Nach einem leckeren Frühstück ging es dann noch bei dichtem Nebel mit den Fahrrädern los in den Hortobagy-Nationalpark (Halasto), der übrigens auch ein Unesco Weltkulturerbe ist.



Es war wirklich wunderschön morgens durch die neblige Landschaft zu radeln. Vor allem weil wir die einzige Leute weit und breit waren. Die Wege waren nicht immer unbeding Fahrradoptimal, so dass wir auch hin und wieder die ein oder andere Strecke schieben mussten.
Im Laufe des Vormittags verzog sich auch der Nebel und die Landschaft zeigte sich in völlig neuen, beeindruckenden Facetten.

Aber was haben wir nun tolles in der Puszta, die ja ein Ausläufer der eurasischen Steppenlandaschaft ist (ausser frühmorgendlichen Fahrradfahren durch dichten Nebel) erlebt?

Das erste Highlight (nach Spinnennetzen im Nebel,...) war eine Rinderherde die ganz plötzlich rechts neben uns im Nebel auftauchte:

In der Wilde der Puszta mussten wir auch kühne Abenteuer bestehen. Plötzlich ging es nur über eine wackelige Brücke (über einem tiefen Abgrund) weiter...


Die Tierwelt bei den Fischteichen im Schaugebiet des Nationalparks war auch sehr beeindruckend.. (Danke an Andi für die tollen Fotos :D )


Wie allerdings riesige Muscheln in die Puszta kommen blieb uns ein Rätsel...


Die Qualität der Fahrradwege variierte auch ziemlich...


Barbara kann Fahrrad fahren... (nicht nur im Geheimen ;-))

Kurze Zeit später sah unser offizieller Fahrradweg dann so aus...

..und auf einmal gabs gar keinen mehr. Also gings mal kreuz und quer durch die Wiesen...Und neben offiziellen Schaugebieten gibt es in so Nationalparks auch Gebiete deren Zugang verboten ist. Blöd nur wenn man sich dahin verfährt (wir sind natürlich nachdem wir das bemerkt haben auf schnellsten Wege zurückgefahren... ;-)) Einen Blick in die Weite der "verbotenen Puszta" wollen wir euch dennoch nicht vorenthalten...

Die Bausubstanz war nicht immer wirklich gut erhalten.. aber die Weite und Stille der Puszta hat richtig gut getan. Und war auch mal ein großer Kontrast zum Leben in Budapest.

Übrigens habe ich mich auch richtig gut als Schafhirtin (=juhász) gemacht (also falls es mit dem Studium nicht so ganz klappt...)

Allerdings sollte ich vielleicht noch dazuerwähnen, dass sich die Schafe plötzlich sehr komisch benommen haben und immer im Kreis gelaufen sind... (ob daran ich schuld war??)


Plötzlich kommt eine Rinderherde auf uns zugelaufen. Die tun uns doch nichts? (Glücklicherweise schickt der gulyás (=Rinderhirte) seine Hunde los um die Tiere zurückzutreiben...)

Kurz bevor wir uns wieder auf die Rückreise machten, konnten wir noch in der Ferne Reiter in der Puszta entdecken. Ein schönes Bild...


Und zu guter Letzt hier nochmal ein Bild des Wahrzeichens der Puszta: Ein Ziehbrunnen

Die Heimfahrt von Hortobagy nach Budapest wurde dann noch etwas beschwerlicher als erwartet. Zunächst nahmen wir den Bummelzug (von Debrecen kommend) nach Füzesabony. Und hier in Ungarn gibt es wie z.B. auch in Hortobagy an vielen Bahnhöfen keine Fahrkartenschalter oder -automaten. Daher setzt man sich einfach in den Zug und wartet bis der Kontrolleur kommt und kauft bei ihm das Ticket. Der Kontrolleur kam zwar mehrfach an uns vorbei, aber anscheinend dachte er er hätte uns schon kontrolliert... Irgendwie gefällt mir das System hier :D - Wir waren schon sehr hungrig als wir in Hortobagy los gefahren sind (der Supermarkt und jegliche anderen Lokalitäten wo man Essen kaufen kann, waren schon geschlossen..) und hofften in Füzesabony eine Kleinigkeit zu essen zu bekommen... Schließlich war der Ort nur mittelmäßig klein und nicht sehr klein. Das war leider eine Falschannahme und so irrten wir erstmal ein bisschen durch den Ort bis wir eine kleine Pizzeria entdeckten, wo wir uns wenigstens noch mit einer Pizza eindecken konnten bevor wir wieder zum Bahnhof eilten um weiter nach Budapest zu fahren. Womit wir nicht wirklich gerechnet hatten: Sonntag abend will wohl das ganze Land nach Budapest... als der Zug ankam war er bereits mehr als überfüllt. So verbrachten wir die noch noch 2einhalb Stunden dauernde Fahrt in einem stinkenden, völlig überfüllten Zug in dem wir auf dem Boden saßen (egal, wir waren eh schon dreckig vom Radfahren in der Puszta..) Zu allem überl saß schräg gegenüber von uns auch noch ein recht Betrunkener Typ... Naja letzten Endes sind wir ja wieder gut in Budapest angekommen :-)

* * *

So, jetzt ist der Bericht gerade noch vorm Wochenende fertig geworden. Während Andi (leider) lernen muss, werde ich mit den Leuten von der Pazmány Peter Uni (wo wir im August an der Summeruniversity teilgenommen haben..) eine Tour durch den Nordosten Ungarns unternehmen...